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Rainer, TRR.

Rainer, TRR.

Rainer, Arnulf: TRR. Automatik optische Auflösung – Blindmalerei – Zentralgestaltung / Automatisme decomposition optique – Peinture aveugle – Formation centrale. 1. Auflage. Frankfurt am Main / Wien. Galerie Franck / Art-Club Galerie. 1952. 21 x 15 cm. 8 unpaginierte S. (inklusive Umschlag). OBroschur, Klammerheftung. Papierbedingt gering nachgedunkelt, durchgehend im unteren Rand zwei kleine Risse im Papier. Insgesamt dennoch sehr gutes Exemplar des ausgesprochen fragilen Heftes.

Arnulf Rainer nutzte für einige seiner frühen Bilder um 1951 / 1952 das Pseudonym TRR, welches er sich im Zusammenhang mit der gemeinsam mit Maria Lassnig, Ernst Fuchs, Arik Brauer und anderen gegründeten „Hundsgruppe“ zugelegt hatte. Er stellte dieses Pseudonym auch der schmalen, kleinen Broschüre voran, die es selber anläßlich seiner ersten Auslandsaustellung, der zweiten Einzelausstellung überhaupt, gestaltet hatte. Die Schau wurde zuerst gezeigt in der Frankfurter Zimmergalerie Franck vom 14. Februar bis 11. März 1952, die danach im Mai des Jahres geplante zweite Station in der Art-Club Galerie in Wien kam nicht zustande. Vorangegangen war eine erste Ausstellung im Künstlerhaus Klagenfurt im Nobember 1951, die im Allgemeinen von der Presse allerdings nur als Provokation wahrgenommen wurde – anders als dann die Ausstellung in Frankfurt. Zu dieser ersten Ausstellung erschien kein Begleitmaterial. Die Katalogbroschüre enthält zwei proklamatische Texte Rainers, „Malerei, um die Malerei zu verlassen“ und „Ausblick: Das Einzige und das Andere“, ein kurzer Text über die Perspektiven der Malerei. Die beiden kurzen Texte sind gleichzeitig die ersten Manifestationen des 1929 geborenen Künstlers, nachdem er sich Ende der vierziger Jahre autodidaktisch der Kunst genähert hat. Ein Besuch gemeinsam mit Maria Lassnig beim bewunderten Andre Breton blieb seltsam in der Schwebe, die beiden jungen Künstler zeigen sich nachhaltig „unbeeindruckt“. Rainer wendet sich stattdessen von den Bildvisonen der Surrealisten ab und dem in einem sehr frühen Stadium stehenden französischen Tachismus zu. Somit gilt der Katalog auch als eine der ersten deutschsprachigen Formulierungen zu einer neuen abstraken Formensprache, dem Informel. Der Katalog enthält neben den beiden für Rainers Werk eminent wichtigen Texten Abbildungen einiger der insgesamt 13 Bilder und 12 Zeichnungen sowie diverse Zitate aus dem Buddhismus und einen Textauszug aus Walter Böhms „Materieproblem der Gegenwart“. Von ausgesprochen großer Seltenheit. Es befindet sich ein Exemplar in der Sammlung des Stedelijk Museum Amsterdam (Object Number 2000.2.0624) sowie ein weiteres in der Ghent University, Belgien. [Vgl. Christa Armann: Arnulf Rainer – Das Frühwerk, Diplomarbeit, Universität Wien 2010].

EUR 400,-- 

65157AB
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